Ein Colonstoma, auch als Colostoma bekannt, ist eine chirurgische Verbindung des Dickdarms (Kolon) zur Bauchdecke, die es dem Stuhl ermöglicht, den Körper auf eine andere Weise zu verlassen. Die Indikationen für die Schaffung eines Colonstomas können vielfältig sein, darunter Krebserkrankungen des Dickdarms, entzündliche Darmerkrankungen oder Traumata. Die Pflege von Colonstoma-Patienten stellt eine besondere Herausforderung dar, sowohl für die betroffenen Personen als auch für das Pflegepersonal. In diesem Blockartikel werden die wesentlichen Aspekte der Pflege von Colonstoma-Patienten behandelt.
1. Was ist ein Colonstoma?
Ein Colonstoma ist eine Öffnung in der Bauchdecke, die chirurgisch angelegt wird, um den Stuhl aus dem Darm in einen Beutel zu leiten, der an der Hautoberfläche befestigt ist. Diese Operation wird in der Regel durchgeführt, wenn der Dickdarm aufgrund von Erkrankungen oder Verletzungen nicht mehr in der Lage ist, seine Funktion ordnungsgemäß auszuführen. Es gibt zwei Hauptarten von Colonstomata: das Endostoma, bei dem das gesamte Kolon am Bauch befestigt wird, und das Transversostoma, das meist vorübergehend angelegt wird, um den Darm zu entlasten.
2. Wichtige Pflegeaspekte für Colonstoma-Patienten
Die Pflege von Patienten mit einem Colonstoma umfasst mehrere Aspekte, um eine optimale Lebensqualität und die Vermeidung von Komplikationen zu gewährleisten. Dazu gehören:
a. Hygiene und Hautpflege
Die Hautpflege rund um das Stoma ist ein zentraler Bestandteil der täglichen Pflege. Die Haut muss gründlich gereinigt und trocken gehalten werden, um Hautirritationen oder -infektionen zu vermeiden. Hier einige Tipps zur Hautpflege:
- Reinigung: Verwenden Sie lauwarmes Wasser und ein mildes Reinigungsmittel, um die Haut rund um das Stoma sanft zu reinigen. Seifen mit Duftstoffen oder aggressiven Inhaltsstoffen sollten vermieden werden.
- Trocknung: Achten Sie darauf, dass die Haut nach der Reinigung vollständig trocken ist, bevor der Stomabeutel wieder angebracht wird.
- Schutzcremes: In einigen Fällen kann eine schützende Creme oder ein Puder hilfreich sein, um die Haut vor Reizungen zu schützen.
b. Wechsel des Stomabeutels
Der Stomabeutel ist ein wichtiges Hilfsmittel, um den Stuhl aufzunehmen und zu verhindern, dass er in die Kleidung oder auf die Haut gelangt. Die Häufigkeit des Wechsels des Beutels hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie etwa der Art des Stomas und der Stuhlmenge. Generell wird empfohlen, den Beutel alle 2–3 Tage oder früher zu wechseln, wenn er voll oder undicht wird.
- Anbringen des Beutels: Der Beutel muss passgenau auf die Stomastelle aufgebracht werden, um Undichtigkeiten zu vermeiden. Hierfür gibt es verschiedene Arten von Beuteln, die entweder mit einem Klebestreifen oder mit einem speziellen Haftmaterial befestigt werden können.
- Kontrolle der Stomastelle: Beim Wechseln des Beutels sollte regelmäßig überprüft werden, ob die Stomastelle gesund aussieht, keine Rötungen oder Hautläsionen aufweist und keine Anzeichen von Infektionen zu sehen sind.
c. Ernährungs- und Flüssigkeitsmanagement
Ein Colonstoma beeinflusst die Verdauung, sodass besondere Aufmerksamkeit auf die Ernährung und Flüssigkeitszufuhr gelegt werden muss. Patienten mit einem Colonstoma haben oft Schwierigkeiten mit der Aufnahme von Flüssigkeit und Nährstoffen, was zu Dehydratation oder Mangelernährung führen kann.
- Flüssigkeitszufuhr: Achten Sie darauf, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Besonders in heißen Sommermonaten oder bei körperlicher Aktivität ist es wichtig, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen.
- Ernährungsanpassungen: Patienten sollten sich an eine ausgewogene Ernährung halten, die leicht verdauliche Lebensmittel umfasst und schwer verdauliche oder blähende Nahrungsmittel vermeidet. Lebensmittel wie Bohnen, Zwiebeln oder Kohl können Blähungen verursachen, die das Wohlbefinden beeinträchtigen können.
- Essen in kleinen Portionen: Statt großer Mahlzeiten sollten kleine, regelmäßige Mahlzeiten bevorzugt werden, um den Verdauungstrakt zu entlasten.
d. Psychosoziale Unterstützung
Die Diagnose und der Umgang mit einem Colonstoma können emotional belastend sein. Patienten erleben oft Schamgefühle oder Ängste bezüglich ihres Aussehens und der sozialen Akzeptanz. Daher ist es wichtig, eine offene Kommunikation zu fördern und emotionale Unterstützung anzubieten.
- Selbsthilfegruppen: Der Austausch mit anderen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, kann sehr hilfreich sein. Selbsthilfegruppen bieten einen Raum für emotionale Unterstützung und Erfahrungsaustausch.
- Psychologische Beratung: In einigen Fällen kann es hilfreich sein, eine psychologische Beratung in Anspruch zu nehmen, um mit den emotionalen Belastungen umzugehen und das Selbstwertgefühl zu stärken.
3. Stomakurse für Angehörige, Patienten und Pflegekräfte
Eine wichtige Unterstützung im Umgang mit einem Colonstoma bieten spezielle Stomakurse, die von der MQL-Bildung angeboten werden. Diese Kurse richten sich nicht nur an Patienten, sondern auch an deren Angehörige und Pflegekräfte und vermitteln wertvolles Wissen und praktische Fähigkeiten für den Alltag mit einem Stoma.
- Stomakurse für Patienten: Die Teilnehmer lernen alles, was sie für die Pflege ihres Stomas wissen müssen. Dazu gehören die richtige Anwendung von Stomabeuteln, Hautpflege, Umgang mit Komplikationen und die Anpassung des Lebensstils an das Leben mit einem Stoma.
- Kurse für Angehörige und Pflegekräfte: Angehörige und Pflegekräfte erhalten Schulungen, die ihnen helfen, den Patienten im Alltag zu unterstützen. Sie lernen, wie sie bei der Pflege des Stomas helfen können, wie sie den Patienten emotional unterstützen und wie sie auf mögliche Komplikationen reagieren können. Die Kurse bieten auch Raum für den Austausch von Erfahrungen und das Erlernen praktischer Fertigkeiten.
- Kompetenzaufbau und emotionaler Support: Durch die Teilnahme an diesen Kursen können alle Beteiligten sicherer im Umgang mit den Anforderungen des Lebens mit einem Stoma werden. Zudem stärkt es das Vertrauen und die Zusammenarbeit zwischen Patienten, Angehörigen und Pflegekräften.
Die Teilnahme an einem solchen Stomakurs stellt sicher, dass alle Beteiligten bestens auf die Herausforderungen vorbereitet sind und eine kompetente, respektvolle Betreuung gewährleisten können.
4. Komplikationen und deren Prävention
Wie bei jeder chirurgischen Intervention können auch bei einem Colonstoma Komplikationen auftreten. Zu den häufigsten Komplikationen gehören Hautreizungen, undichte Stomabeutel, Stoma-Prolaps oder eine Stomaverengung. Um diesen vorzubeugen, sollten regelmäßige Kontrollen und eine sorgfältige Pflege durchgeführt werden.
- Hautreaktionen: Eine der häufigsten Komplikationen bei Colonstoma-Patienten sind Hautirritationen, die durch den direkten Kontakt mit dem Stuhl entstehen können. Die richtige Auswahl und Anwendung von Stomabeuteln ist entscheidend, um Hautprobleme zu minimieren.
- Stoma-Prolaps: Dies tritt auf, wenn das Stoma aus seiner Öffnung herausragt. Ein solcher Zustand kann zu Beschwerden führen und erfordert in der Regel medizinische Behandlung.
- Stoma-Stenose: Eine Verengung des Stomas, die den Stuhlgang erschwert, kann ebenfalls auftreten. Dies kann durch Narbengewebe oder andere Komplikationen verursacht werden und sollte ärztlich untersucht werden.
5. Fazit
Die Pflege von Colonstoma-Patienten erfordert eine umfassende und individualisierte Betreuung. Durch regelmäßige Hygiene, korrekten Wechsel der Beutel, Beachtung der Ernährung sowie psychosoziale Unterstützung kann die Lebensqualität der Betroffenen erheblich verbessert werden. Ein Team aus Ärzten, Pflegekräften, Ernährungsberatern und psychologischen Fachkräften kann den Patienten helfen, sich optimal auf das Leben mit einem Stoma einzustellen und Komplikationen zu vermeiden.
Das Verständnis und die Unterstützung des gesamten Umfelds sind entscheidend für die erfolgreiche Anpassung an das Leben mit einem Colonstoma und die Förderung eines positiven Selbstbildes. Besonders wertvoll ist dabei die Teilnahme an speziellen Stomakursen für Patienten, Angehörige und Pflegekräfte, die von der MQL-Bildung angeboten werden. Diese Kurse vermitteln nicht nur praktisches Wissen, sondern tragen auch dazu bei, die Herausforderungen des Lebens mit einem Colonstoma besser zu bewältigen und die Lebensqualität aller Beteiligten zu steigern.

Fachberaterin Pflege:
Angela Krüger
Kontakt:
a.krueger@mqlbildung.net
Tel.: 030/319542635
Mobil: 01511/0209942